SUPER BOWL YOUTUBE AD BLITZ
Nachlese
21.02.2012 - Über viele Jahre hinweg war das Ad Meter der führenden amerikanischen Tageszeitung USA TODAY der wichtigste Maßstab für die Beliebtheit eines Super Bowl Spots. Wer es bei diesem Ranking in die Top 10 geschafft hat, war in den Tagen nach dem Super Bowl ein Gesprächsthema. Vor allen Dingen die Medien orientierten sich an der Umfrage und berichteten ausführlich darüber, was bei den Zuschauern gut angekommen ist und was weniger. Mit wachsender Bedeutung der sozialen Netzwerke hat das Ad Meter seine exklusive Stellung eingebüßt. Zwar hat USA TODAY in diesem Jahr mit Facebook kooperiert, um seine Meinungserhebung auf eine breitere Basis zu stellen, doch mit dem Ad Blitz von YouTube hat sich eine ernstzunehmende Alternative entwickelt, um die Beliebtheit der Super Bowl Commercials zu ermitteln.
YouTube hat alle Super Bowl Commercials zur Wahl gestellt und den Besuchern die Möglichkeit gegeben, eine Stimme für ihren Favoriten abzugeben. Am Wochenende wurde das Ergebnis veröffentlicht, dabei dürfte der Spitzenreiter für manchen Branchenbeobachter eine Überraschung gewesen sein. Weder Doritos noch der niedliche Hund von Bud Light konnten die YouTube-Gemeinde überzeugen, sie wählten den Neuzugang des M&M-Ensembles auf Platz 1 (Mars Chocolate North America, BBDO New York). Rang 2 gebührt dem mittlerweile viel diskutierten 2-Minuten-Werk "It's Halftime in America" mit Client Eastwood (Chrysler Group, Wieden + Kennedy Portland). Erst danach kam Bud Light (mcgarrybowen, Chicago), gefolgt von der Apokalypse von Chevrolet (Goodby, Silverstein & Partners, San Francisco) und Doritos. Im Unterschied zum Ad Meter entschieden sich die User von YouTube allerdings nicht für das Doritos-Motiv mit dem Baby, sondern für den kriminell veranlagten Hund.
YouTube gab dazu noch ein paar interessante Zahlen bekannt. In den ersten 8 Tagen nach dem Super Bowl Sunday wurden die Spots auf des Ad Blitz insgesamt 133 Millionen Mal angeschaut. Das Interesse hielt allerdings nicht sehr lange an, 82 % aller Besucher der ersten Woche haben sich die Seite am Sonntag, Montag und Dienstag angeschaut. Eine andere aufschlussreiche Zahl: 65 % der Aufrufe entfielen auf die 10 beliebtesten Commercials. Die Auswertung zeigte auch einen Trend in den Nutzergewohnheiten. 32 % aller mobilen Besucher haben ihre Stimme über ein Tablet abgegeben. Möglich wurde das durch einen für Tablets optimierten Kanal, den YouTube in diesem Jahr erstmals angeboten hat. Neu war auch die Kooperation mit NBC.com und NBCSports.com, um die Ad Blitz Galerie auch über YouTube hinaus bekannt zu machen und zusätzliche Zielgruppen anzusprechen.
PARFUM GLOWING BY J.LO
Auf ein Neues
13.02.2012 - Es ist schwierig, für die umtriebige Jennifer Lopez eine passende Berufsbezeichnung zu finden. In erster Linie ist sie wohl Sängerin und Schauspielerin, daneben entwirft sie schon seit einigen Jahren eine Modekollektion, tritt als Spokeswoman für Fiat und in der Kampagne von Harman Kardon auf, wirbt für das brasilianische Bier Brahma und bereichert die Jury von American Idol. Um nur einige ihrer vielfältigen Aktivitäten zu nennen. Offenbar blieb ihr zwischen diesen Aktivitäten noch genügend Zeit, um ihr mittlerweile 18. Parfum namens "Glowing by J.Lo" zu entwerfen und dafür hüllenlos zu posieren. Dabei zeigt das Multitalent eindrucksvoll, warum sie 2011 vom People Magazin zur schönsten Frau der Welt erklärt wurde. Die aktuelle Variante ihres ersten Parfums Glow aus dem Jahr 2002 bietet neben einem neuen Duft auch einen optischen Gag: Passend zum Namen Glowing erstrahlt die Flasche nach dem Sprühen für 15 Sekunden. Jennifer Lopez beschreibt ihre neuste Kreation als einen Hauch von Zypresse, Orangenblüte, Vanille, Zimtkassie und Kaschmir-Moschus. Genau wie ihre Modekollektion ist das Parfum auf dem US-Markt nur exklusiv bei der Kaufhauskette Kohl's erhältlich.
TABLET AMAZON KINDLE
Drei zum Preis von Einem
12.02.2012 - Zunächst waren es Smartphone-Hersteller wie Samsung, jetzt schließt sich auch Amazon dem unterhaltsamen Konzept "Alle gegen Apple" an und bringt seinen Kindle gegen das iPad in Stellung. Ein amerikanisches Magazin bewertet diesen Vergleich zwar so, als würde man Lexus und Kia gegenüberstellen, aber von solchen unbedeutenden Feinheiten lässt sich Amazon nicht irritieren. Und so erleben wir einen jungen Mann, der mit seinem iPad an einem Pool entlang geht und versucht, das Gerät gegen das Sonnenlicht abzuschirmen. Dabei wird er auf eine Frau im Liegestuhl und ihren Kindle e-Reader aufmerksam. Er ist beeindruckt, denn das Display spiegelt nicht. Die Frau bestätigt denn auch, es sei die beste Art zu lesen. Selbst in der Sonne. Der Mann ist nicht überzeugt und gibt zu bedenken, dass man auch mal Filme anschauen oder im Web surfen will. Das ist kein Problem, dafür hat die umsichtige Frau den Kindle Fire. Auch seine Vermutung, die drei Kindle von ihr und ihren beiden Kindern seien sicherlich sehr teuer, kann die Mutter zerstreuen. Sie hat für alle drei Gerät zusammen weniger bezahlt, als sein iPad gekostet hat. Dabei wird das Konkurrenzprodukt nicht namentlich genannt, sondern der Preisvorteil mit einem neutralen "less than that" umschrieben.
Es ist schon recht klischeehaft, einen iPad-Besitzer als einfältig darzustellen, die Käuferin eines Kindle als intelligente und lebenserfahrene Mutter von zwei Kindern. Auch dürfte der Preisunterschied keinen potentiellen Apple-Kunden abschrecken, schließlich bietet ein iPad wesentlich mehr Funktionen. Daran wird auch das reflektierende Display nichts ändern, das zweifellos eine Schwachstelle des Marktführers ist.
SUPER BOWL GENERAL ELECTRIC
Der etwas andere Budweiser-Spot
05.02.2012 - Beim diesjährigen NFL-Endspiel ist Budweiser mit fünfeinhalb Commercials vertreten, wobei das halbe Motiv nicht von Anheuser-Busch InBev stammt, sondern von General Electric. Amerikas führender Mischkonzern ist mit zwei Spots beim Spiel der Spiele vertreten und will den Zuschauern anhand praktischer Beispiele näher bringen, welche Bedeutung das Unternehmen und seine Produkte für unseren Alltag haben. Wer denkt schon darüber nach, dass er ohne Turbinen von GE kein frisches Budweiser genießen könnte? Sie erzeugen den nötigen Strom, um das Bier zu brauen und um es danach zu kühlen. Ein Gast in einer Kneipe hat die Zusammenhänge noch nicht ganz verinnerlicht und fragt den Mitarbeiter von GE, ob auch sie Bier brauen. Der Mann verneint das und erklärt geduldig, dass sie für den Strom sorgen, der zum Brauen nötig ist. Eines ist dem Gast zumindest klar geworden: Wer Bier mag, der mag auch GE.
Inmitten amüsanter Geschichten und ausgefallener Ideen setzt General Electric seine sachliche und informative Kampagne von BBDO fort, in der Mitarbeiter des Konzerns darüber aufklären, was sie alles machen und warum das für unser Leben wichtig ist. Ganz ohne Prominente, Tiere oder skurrile Gags
SUPER BOWL TELEFLORA
Versuchung in Schwarz
05.02.2012 - Wenn es um die Bewerbung für einen Super Bowl Spot geht, kann Adriana Lima beste Referenzen vorlegen. Ihr Auftritt für Victoria's Secret war 2008 der meistgesehene Commercial, rund 103 Millionen haben das brasilianische Supermodel seinerzeit bewundert. So verwundert es nicht, dass sie in diesem Jahr gleich zwei Engagements bekommen hat. Für Kia verkörpert sie den Traum eines jungen Mannes, für den Blumenservice Teleflora erklärt sie allen verliebten Männern mit erotischem Akzent, dass es eigentlich ganz einfach ist, beim bevorstehenden Valentinstag zu punkten: Wenn man gibt, wird man auch etwas bekommen. Für eher phantasielose Zuschauer deutet Adriana Lima an, was damit gemeint ist. Wir dürfen dabei zuschauen, wie sie ihre Strümpfe anzieht, dann noch das kleine Schwarze und schon sind die Vorbereitungen für das Valentins-Date abgeschlossen. Die Blumen hat sie offenbar bereits bekommen, der Rest bleibt unserem Vorstellungsvermögen vorbehalten. Teleflora ist ein landesweiter Blumenservice, dem rund 20.000 Floristen angeschlossen sind.
Beim vergangenen Super Bowl hat der Spot von Teleflora für gewisse Kontroversen gesorgt. Dabei begann zunächst alles sehr gefühlvoll. Ein Tontechniker sitzt ratlos vor seinem Computer und weiß nicht so recht, welchen Valentinsgruss er zusammen mit den Blumen an seine Liebste schicken soll. Er bittet die Country-Sängerin und mehrfache Grammy-Gewinnerin Faith Hill um Rat und sie schlägt vor, dass er einfach das in Worte fassen soll, was er in seinem Herzen fühlt. Das war keine gute Idee, auch wenn die Empfehlung sicherlich gut gemeint war. Dem jungen Techniker kommt nämlich als erstes in den Sinn, dass der Busen seiner Freundin Kim unglaublich ist. Zum Erstaunen von Faith Hill schickt er diese Botschaft wirklich ab, denn das ist es, was ihm sein Herz sagt.
SUPER BOWL STRATEGIE
Keine Spannung mehr
05.02.2012 - Die Mehrzahl der Werbetreibenden hat in diesem Jahr die Devise ausgegeben, das Momentum der Super Bowl Spots über den Sonntag hinaus auszudehnen. Schon seit Wochen wird mit Teasern die Neugierde geweckt, Previews sollen den Medien und der Internet-Gemeinde mehr Zeit geben, über den Spot zu sprechen und ihn immer wieder anzuschauen. Einer der Gründe für diese Strategie liegt auf der Hand: Wer 3,5 Millionen Dollar für 30 Sekunden ausgibt, will aus seiner Investition den bestmöglichen Effekt herausholen. Doch erst die Analysen nach dem Super Bowl werden zeigen, welches Konzept wirklich erfolgreich war. Durch die Welle der Vorabveröffentlichungen fehlt die Spannung früherer Jahre, als die Unternehmen noch ein großes Geheimnis um ihre Spots gemacht haben und man sich auf ihre Enthüllung gefreut hat wie auf die weihnachtliche Bescherung. Aber auch die ist bekanntlich weniger spannend, wenn man schon vorher genau weiß, was man bekommt. Die Zuschauer des Super Bowl wissen es inzwischen bei der Mehrzahl der Spots und können während der Werbeunterbrechungen getrost in die Küche oder ins Bad gehen, ohne etwas zu verpassen. Manche Medien äußern bereits mit leichter Ironie die Hoffnung, dass wenigstens das Spiel der New York Giants gegen die New England Patriots spannend wird.
SUPER BOWL CENTURY 21
Schnell, stark und intelligent
03.02.2012 - Der Super Bowl ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Dieser Gedanke mag so manchen Marketing-Verantwortlichen in diesen Tagen durch den Kopf gehen. Nicht genug damit, dass man sich die beste Idee, die lustigste Geschichte oder die innovativste Produktionstechnik ausdenken und eine möglichst prominente Spokesperson engagieren muss, das Meisterwerk muss auch angemessen präsentiert werden. Und dafür gibt es mittlerweile die unterschiedlichsten Konzepte: Teaser oder Previews auf den sozialen Netzwerken, ein vorgeschalteter Spot im Fernsehen oder die Einbindung mobiler Komponenten. Und das alles möglichst in einem optimalen zeitlichen Ablauf. Dann kann man nur noch hoffen, dass die Konkurrenten ihre Karten nicht schon vorher auf den Tisch legen und die Aufmerksamkeit von Medien und Konsumenten auf sich ziehen, bevor man selber zum großen Überraschungs-Coup ausholt.
In diesem Jahr versuchen es die Unternehmen mit den unterschiedlichsten Strategien und es ist schwierig geworden, in diesem Umfeld einen eigenständigen Weg zu finden. Das Immobilienunternehmen Century 21 hat sich für eine Mischung aus Vorab-Information und massiver Präsenz am Super Bowl Sunday entschieden. Das Unternehmen bewegt sich in einem schwierigen und äußerst sensiblen Marktumfeld. Die Folgen der Immobilienkrise wirken noch nach und viele Hausbesitzer sind nachhaltig verunsichert. Das kann selbst ein fulminanter Super Bowl Auftritt nicht ändern. Auf der anderen Seite ist der Markt nach wie vor existent und in Bewegung. Die CMO von Century 21, Bev Thorne, geht davon aus, dass trotz eines historischen Tiefstands in diesem Jahr rund 4,5 Millionen Häuser verkauft werden. Century 21 will sich bei Besitzern und Käufern als kompetentes und erfahrenes Unternehmen empfehlen. Das soll das Motto "Smarter. Bolder. Faster." auf den Punkt bringen. Neben der Spokeswomen von Century 21 treten im Super Bowl Spot drei prominente Gäste auf, die für die drei Eigenschaften stehen. Der schillernde Donald Trump verkörpert intelligente Entscheidungen (Smarter), der NFL-Profi Deion Sanders ist das Symbol für Kraft und Entschlossenheit (Bolder) und Eisschnelläufer Apolo Ohno steht für Schnelligkeit (Faster). Dazu sendet der Spot die subtile Botschaft, dass alle drei Protagonisten auf ihrem Gebiet äußerst erfolgreich sind.
Im Vorfeld folgt Century 21 dem aktuellen Trend und lässt Teaser im Internet kursieren. Beim Fernsehauftritt konzentriert man sich ganz auf den Sonntag, für den man sich eine ganz eigene Strategie ausgedacht hat. Über den Tag verteilt werden im regulären Programm und in den Vorberichten insgesamt 16 Spots geschaltet, die neugierig machen und auf den großen Auftritt im dritten Viertel. darüber wird nur so viel verraten, dass die prominenten Gäste in drei Kurzgeschichten von einem Century 21 Agenten in Sachen Cleverness, Stärke und Schnelligkeit geschlagen werden. Beim Kräftemessen mit Donald Trump hört sich die Herausforderung so an: "See how our Agent stacks up against the man himself in the third quarter."
SUPER BOWL SKECHERS
Auf den Hund gekommen
25.01.2012 - Es gehört in den USA zum bekannten Ritual, dass Werbekampagnen den Unmut unterschiedlichster Gruppierungen und engagierter Aktivisten erregen. Dabei reicht die Bandbreite der Kritiker von christlichen Organisationen über Anti-Diskriminierungs-Verbänden bis zu Tier- und Umweltschützern, die mitunter sehr einflussreich sind und mit massiven Aktionen reagieren. Neu ist allerdings, dass gegen einen TV-Spot protestiert wird, bevor er gesendet wurde und bevor ihn irgendjemand gesehen hat - getreu dem Motto "man kann ja sicherheitshalber schon mal dagegen sein".
Diese denkwürdige Erfahrung einer vorauseilenden Entrüstung musste jetzt der Sportschuh-Hersteller Skechers machen, als erste Informationen über seinen geplanten Super Bowl Spot durchsickerten. Vom Inhalt ist bisher nur so viel bekannt, dass eine behäbige französische Bulldogge namens Mr. Quiggly bei einem Hunderennen gegen die favorisierten Windhunde antritt. Sein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil liegt darin, dass er Skechers-Schuhe trägt. Die etwas blasiert klingenden Kommentatoren im kurzen Teaser sind der Ansicht, das würde durchaus den Regularien entsprechen. Über diese Andeutungen hinaus wussten die Medien bisher nur zu berichten, dass Mark Cuban, der milliardenschwere Eigner der Dallas Mavericks, in dem Spot einen Kurzauftritt hat und dass unklar ist, ob es ein Wiedersehen mit der letztjährigen Spokesperson Kim Kardashian gibt. Der gemütliche Mr. Quiggly tritt in die Fußstapfen von Britney Spears, Christina Aguilera und Carrie Underwood, die in früheren Skechers-Kampagnen aufgetreten sind.
Das bisher bekannt gewordene reichte der Tierschutz-Organisation Grey2K für einen entschiedenen Protest. Die Gruppe, die sich ausschliesslich dem Schutz von Windhunden widmet, sammelt Unterschriften für eine Absetzung des Spots und ruft zum Boykott der 300 Skechers-Geschäfte auf. Die Aktivisten stören sich insbesondere daran, dass durch den Spot indirekt auch Werbung für Hunderennen gemacht wird. Bei den Dreharbeiten auf dem Tucson Greyhound Park war übrigens die American Humane Society zugegen und sie bestätigt, dass den Tieren nicht geschadet wurde. Eine Abteilung dieser Organisation überwacht seit 1940 die Behandlung tierischer Darsteller bei Film- und Fernsehproduktionen und vergibt den bekannten Disclaimer "No animals were harmed".
INTERNETSERVICE GODADDY.CO
Und jährlich grüßt das Murmeltier
24.01.2012 - Rund um den Super Bowl gibt es immer wiederkehrende Rituale, die am Anfang noch neu und dadurch recht unterhaltsam waren. Mittlerweile ermüden und langweilen die Wiederholungen eher als dass sie große Begeisterung entlocken können. Eine der Strategien geht so: Ein Unternehmen reicht einen anzüglichen oder allzu offenherzigen Spot für den Super Bowl ein, er wird vom übertragenden Network oder der NFL (oder beiden) abgelehnt und feiert daraufhin große Erfolge im Internet. Marketing-Experten vermuten, dass die teure Schaltung des Spots in einigen Fällen gar nicht ernsthaft erwogen und bewusst auf eine Ablehnung gesetzt wurde, um das Video dann in den sozialen Netzwerken mit dem verruchten Mythos eines "banned commercial" umgeben zu können. Bekanntlich ist nichts so verlockend wie das Verbotene.
Seit einigen Jahren versucht auch der Internet-Dienstleister GoDaddy auf fast schon rührende Art, mit erotischer Versuchung die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Prominente Frontfrau ist seit 2010 die erfolgreiche Rennfahrerin Danica Patrick, die 2011 von der IndyCar-Serie zu NASCAR wechselte. Beim letztjährigen Super Bowl erhielt sie attraktive Unterstützung durch die Personal-Trainerin Jillian Michael, bekannt aus der Reality-Show "The Biggest Loser". Mitunter kann man Neugierde durch das erwecken, was man nicht sieht. Der Zuschauer versucht dann intuitiv, sich das Verborgene in seiner Phantasie vorzustellen und die Bruchstücke zu einem subjektiven Gesamtbild zu ergänzen. Auf diese Angewohnheit setzte GoDaddy im vergangenen Jahr und präsentierte einen Spot, der nur von vagen Andeutungen lebte. Er gewährte uns einen Blick in die Garderobe eines Studios, in der gerade hitzig diskutiert wurde. Danica Patrick und ihre Kollegin weigerten sich entschieden, eine geplante Szene zu spielen, da sie zu weit geht. Da machte sie ein junger Mann nachdrücklich darauf aufmerksam, dass sie vertraglich dazu verpflichtet sind. Sie seufzten resigniert und als nächstes sah man die Beine von zwei Frauen, die wie auf einem Laufsteg elegant ins Studio schritten. Sie wurden von allen entgeistert angestarrt, ohne dass wir den Grund dafür sehen konnten. Der wurde nur in der Fortsetzung auf GoDaddy.com verraten.
Weil es so schön war, wiederholt GoDaddy die gleiche Strategie auch in diesem Jahr. Zwei Wochen vor dem Super Bowl wird einer von zwei geplanten Spots auf YouTube gestellt. Dazu lässt das Unternehmen wissen, das Motiv wäre bereits vorab "durchgesickert". Um die Spannung wenigstens ein wenig aufzubauen, ist das Video nicht gelistet, sondern nur über den entsprechenden Link zu erreichen. Der Inhalt ist gewohnt harmlos, wieder kann man die angebliche Nacktheit nur erahnen. Die beiden Spokeswoman üben sich an dem kolumbianischen Model Natalia Velez in Body-Painting, das in diesem Fall aus Slogans und einem Icon für die neue Domain-Endung ".co" besteht. Sie sind überzeugt davon, dass diese Form der körpernahen Werbung die erhoffte Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Am Ende bestaunen die beiden Frauen ihr Werk, das die Zuschauer aber nicht in voller Lebensgröße zu sehen bekommen. In guter alter Tradition werden die eigentlichen Enthüllungen auf der Unternehmens-Website versprochen. Zur Tradition gehört auch, dass die Online-Videos ähnlich harmlos sind. Während der Super Bowl schaltet GoDaddy einen zweiten Spot mit Danica Patrick und den Pussy Cat Dolls.
SUCHMASCHINE BING
Die Alternative für Macher
21.01.2012 - Offenbar entdecken die Internet-Unternehmen derzeit die Qualitäten der "alten" Medien und bewerben ihre digitalen Serviceleistungen ganz traditionell im Fernsehen. Nachdem Ende Dezember das soziale Netzwerk Google+ mit drei amüsanten Spots unterstützt wurde, erinnert jetzt Microsoft daran, dass es im Schatten des dominierenden Marktführers auch noch andere Suchmaschinen gibt.
Wenn man sich von Google differenzieren will, kann man es mit einer besseren Funktionalität, mit gezielteren Suchergebnissen oder eine leichteren Handhabung versuchen. Es dürfte allerdings schwierig sein, solche Unterschiede in 30 Sekunden allgemeinverständlich herauszuarbeiten. Also beschreitet Microsoft einen anderen Weg und charakterisiert die Zielgruppe, die man mit Bing im Auge hat: Die aktiv lebende Generation Y zwischen 18 und 34, die erfolgreiche Macher sind, Entscheidungen treffen und nie aufgeben. Ganz im Sinne des neuen amerikanischen Leitbildes "Yes, we can". Für diese Eigenschaften stehen verschiedene Prominente, die in irgendeiner Hinsicht ungewöhnlich und damit ein Vorbild für die junge Internet-Generation ist. Mit dem neuen Auftritt stellt Microsoft auch auf einen neuen Slogan um: "Bing is for Doing". Damit soll Bing als "search engine for doing things" positioniert werden.
Protagonist des ersten Motivs ist der Snowboarder Kevin Pearce, der auf dem besten Weg zur Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2010 war. Dann machte ein schwerer Trainingsunfall alle Pläne zunichte. Im Spot erzählt Pearce, wie er sich trotz eines Gehirntraumas wieder in sein gewohntes Leben zurück gekämpft hat. Dazu werden kurze Headlines eingeblendet, die genau wie der neue Slogan alle auf "ing" enden. Mittlerweile arbeitet Pearce als hoffnungsvoller Sportmoderator und trainiert seit kurzem auch wieder. Menschen wie er gehen die Dinge aktiv an und ruhen nicht, bevor alles erledigt ist. Dabei ist Bing das perfekte Werkzeug. Die neue Offensive der zweitgrößten Suchmaschine beginnt morgen in sportlichem Umfeld während der NFL-Playoffs und der X-Games. In den folgenden Motiven treten zunächst andere Wintersportler auf, darunter der Freestyle-Skiläufer Bobby Brown und die Half-Pipe Snowboarderin Kaitlyn Farrington. Später wird die illustre Gruppe der Spokespersons um Prominenz auf Musik und Unterhaltung erweitert, unter anderem soll der New Yorker Rapper Theophilus London auftreten.
Es ist die erste klassische TV-Kampagne von Razorfish (Publicis Group) für Microsoft, nachdem die Agentur zuvor schon in den digitalen Medien für Bing tätig war. Auch wenn Bing in letzter Zeit zulegen und Yahoo überholen konnte, bleiben die Kräfteverhältnisse bei den Suchmaschinen wohl auch nach der neuen Kampagne eindeutig. Google hat derzeit einen Marktanteil von rund 65 %, auf Bing entfallen gerade mal 15 %.
PRINT-KAMPAGNE GOOGLE
Tipps zum Schutz persönlicher Daten
17.01.2012 - Angesichts zunehmender Datenschutz-Bedenken und des immer wieder aufkeimenden Vorwurfs, Google würde seine marktbeherrschende Position ausnutzen, geht der Internet-Konzern jetzt in die Offensive und dreht den Spieß einfach herum. Eine überraschende Print-Kampagne gibt unter dem Motto "Good To Know" praktische Anregungen, welche Vorsorge die Nutzer selber zum Schutz ihrer persönlichen Daten treffen können. Zu den Themen der insgesamt 5 Anzeigen gehören unter anderem Ratschläge, wie man Zugangsdaten und Passworte besser sichern kann. Die Texte sind kurz und einfach verständlich, sie geben anschauliche Beispiele, die mit simplen Strichzeichnungen illustriert werden. So erklärt Google in eigener Sache, warum das Sammeln von Daten die Suchergebnisse verbessern kann. Wenn man den Begriff "Käfer" eingibt, ist es hilfreich zu wissen, ob der betreffende Nutzer bei früheren Anfragen nach Autos oder nach Insekten gesucht hat. Ein anderes Motiv rechtfertigt die Auswertung der IP-Adressen. Durch sie kann die Suche räumlich eingegrenzt werden und man erhält nicht versehentlich die Adresse eines Installateurs aus New York, wenn man im rund 1.500 km entfernten Peoria/Illinois einen Wasserschaden hat. Die Argumente von Google sind zwar grundsätzlich richtig, aber man könnte die Suchergebnisse auch ganz einfach durch eine genauere Eingabe präzisieren. Selbst sporadische Websurfer dürften nach kurzer Zeit darin geübt sein, wie sie ihre Anfrage formulieren müssen. Ein überzeugendes Argument für die Datenerfassung bieten die Beispiele in den Anzeigen daher kaum.
Die Kampagne kommt zu einer Zeit, in der sich Behörden und Organisationen in den USA und Europa etwas eingehender mit der Sammelleidenschaft von Google beschäftigen. Offenbar versucht das Unternehmen, sein angeschlagenes Image mit der Aufklärungskampagne zu verbessern. Die Anzeigen sollen signalisieren, dass man Datenschutz und Persönlichkeitsrechte durchaus ernst nimmt und dass man sich um seine Kunden kümmert. Bemerkenswert ist, dass der ganz auf digitale Medien fokussierte Konzern ein weiteres Mal die "alten" Medien für eigene Kampagnen nutzt, nachdem im Dezember bereits drei TV-Spots für Google+ geworben haben.
Nach einer Meldung von CBS startet der neue Print-Auftritt heute mit Platzierungen in rund einem Dutzend großer Tageszeitungen, darunter USA TODAY, The New York Times, Los Angeles Times und Wall Street Journal. Dazu kommen noch Wochenmagazine wie TIME oder The New Yorker und Außenwerbung in der Subway von New York und Washington. Google gibt den Etat der mehrwöchigen Schaltungen mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag an, ohne weiter ins Detail zu gehen.
SOCIAL CAMPAIGN SCHULABBRECHER
Jugendliche brauchen Unterstützung
12.01.2012 - Soziale Kampagnen warnen in der Regel vor Alkoholmissbrauch, Zigaretten, Drogenkonsum oder Gefahren im Straßenverkehr. Eine aktuelle Initiative der Non-Profit Organisation Ad Council befasst sich mit einem weniger beachteten, deshalb aber nicht minder ernsten Problem: Den Schulabbrechern, die ihre gesamte Zukunft aufs Spiel setzen. Ungewöhnlich wie das Thema ist auch der Sponsor, der diese Initiative unterstützt: Die U.S. Army. Als prominentes Gesicht konnte NBA-Profi LeBron James gewonnen werden, der über seine eigenen Erfahrungen spricht. Das Leben ist voller Statistiken und fast wäre auch er nur eine Nummer in einer Statistik geworden. Glücklicherweise gab es Menschen, die an ihn geglaubt und die ihn gefördert haben. Deshalb weiß er aus eigener Erfahrung, dass Jugendliche in schwierigen Phasen auf die Hilfe eines starken Netzwerks angewiesen sind. Dann präsentiert er eine Zahl, die beunruhigen sollte: An jedem Schultag brechen rund 7.000 Jugendliche die High School ab. Damit sieht alle 26 Sekunden ein weiterer Schüler einer ungewissen Zukunft entgegen.
Die Macher der Kampagne haben sich ganz bewusst für einen erfolgreichen NBA All-Star entschieden. Sie wollen damit dem weit verbreiteten Irrglauben entgegentreten, sportliche Erfolge könnten eine akademische Ausbildung ersetzen. Mit ihrer Kampagne wollen sie die Familien und Freunde dazu auffordern, an die Schüler zu glauben und sie darin zu bestärken, weiterhin zum Unterricht zu gehen und die High School abzuschließen. Anregungen und weitergehende Informationen finden sich auf der Website BoostUp.org. Publicis New York hat bereits seinen Teil beigetragen und die Kampagne kostenlos entwickelt. Die U.S. Army ist bereits seit 2000 in der High School Dropout Prevention Campaign des Ad Council engagiert, die Medien haben in dieser Zeit Werbeplätze im Gegenwert von über 600 Millionen Dollar bereitgestellt.
SPORTSCHUHE K-SWISS
Die genussreichen Tage sind vorbei
05.01.2012 - Als hätte man nicht ohnehin schon ein schlechtes Gewissen, wird man in diesen Tagen auch noch ständig daran erinnert, dass die zurückliegende Weihnachtszeit vielleicht etwas zu kalorienreich ausgefallen ist. Unmittelbar nach Weihnachten haben Weight Watchers und Jenny Craig ihre neuen Werbe-Offensiven gestartet, am 2. Januar hat sich auch noch der Sportschuhhersteller K-Swiss dazu gesellt. Fitness-Trainerin und TV Reality-Star Jillian Michaels (The Biggest Loser) ermuntert alle Frauen dazu, nach Gebäck und üppigen Menüs wieder an ihrer Form zu arbeiten. Zunächst verabschiedet sie die letzten Gäste und verspricht, ihnen das Rezept zu schicken. Damit sind die Festtage vorbei, Jillian Michaels kehrt wieder zum Alltag zurück und erklärt die Party für beendet. Zunächst entsorgt sie ein Pfefferkuchenhaus, dann wechselt sie vom eleganten Abendkleid im Stil der 50er zu Sportkleidung. Den Anfang macht der K-Swiss Blade-Max, perfekt zum Laufen, Cross-Training oder für das Sportstudio. Dazu ermuntert sie die weiblichen Zuschauer, sich aufzuraffen und wieder zu trainieren. Als zusätzliche Motivation dient ein Preisausschreiben, dessen erster Preis ein persönlicher Besuch bei Jillian Michaels in Hollywood ist. Die Sportfachgeschäfte Lady Foot Locker unterstützen die Promotion mit POS-Displays und eigenen Aktionen. So gibt es bei jedem Kauf von K-Swiss Schuhen eine kostenlose DVD mit Trainingstipps der Fitness-Ikone Jillian Michaels.
SUPER BOWL NBC
Ausverkauft
05.01.2012 - Erwartungsgemäß vermeldet NBC gestern, dass die Werbezeiten für den bevorstehenden Super Bowl am 5. Februar vergeben sind. Letzte Buchungen sind nur noch für die Pregame Show möglich. Die durchschnittlichen Kosten für 30: liegen in diesem Jahr bei 3,5 Millionen Dollar, was eine Kostensteigerung von fast 60 % in den letzten 10 Jahren bedeutet. Für besonders exponierte Slots müssen sogar bis zu 4 Millionen ausgegeben werden. Wer nicht zum Zuge gekommen ist und auf der Warteliste steht, kann nur darauf hoffen, dass ein Unternehmen abspringt oder dass ein Spot den strengen Standards des Networks und der NFL nicht genügt und abgelehnt wird. Spätestens eine Woche vor dem Spiel müssen alle Commercials zur Prüfung vorgelegt werden. Eine Zurückweisung hat es durchaus schon gegeben, unter anderem waren die Dating-Portale ManCrunch.com und Ashley Madison davon betroffen.
Für manche Marken ist der Super Bowl Auftritt ein gut gehütetes Geheimnis, weil man die Zuschauer überraschen und erstaunen will. Bei anderen Unternehmen wie Anheuser-Busch InBev, Coca-Cola und PepsiCo ist es selbstverständlich, dass man beim größten nationalen Sportereignis und der mit über 100 Millionen Zuschauern quotenstärksten Fernsehsendung des Jahres präsent ist. Die stärkste Branche werden wieder die Autohersteller stellen, nach bisherigen Informationen sind neben GM auch VW, Audi, Hyundai und Kia vertreten. Zu den aktivsten Unternehmen zählt Anheuser-Busch InBev, die größte amerikanische Brauereigruppe hat insgesamt 4 1/2 Minuten eingekauft.
KRISEN-MARKETING BP
Mission erfüllt
04.01.2012 - Nach dem Untergang der Bohrplattform Deepwater Horizon im Frühjahr 2010 hat BP die massive Kampagne "Voices of BP" gestartet und eine mediale Schadensbegrenzung versucht. Mitarbeiter des Unternehmens gaben damals ein Versprechen ab: Man werde alles unternehmen, um die entstandenen Umweltschäden vollständig zu beseitigen. Und man werde so lange vor Ort bleiben, bis diese Aufgabe abgeschlossen und die Golfküste zur Normalität zurückgekehrt ist.
Jetzt meldet sich BP zurück, um über den Erfolg seiner bisherigen Aktivitäten zu berichten. Wieder ist es eine Mitarbeiterin, die eine Bilanz der letzten anderthalb Jahre zieht und konkrete Beispiele für die Anstrengungen des Unternehmens aufzählt. Unter der Federführung der U.S. Coast Guard wurden Tausende von Umweltproben von unabhängigen Instituten und Organisationen analysiert. Ein Forschungsbudget von 500 Millionen Dollar gibt Wissenschaftlern die Möglichkeit, die Tierwelt in der betroffenen Küstenregion während der nächsten 10 Jahre zu beobachten. Schließlich berichtet Iris Cross, dass alle Strände und Küstengewässer wieder freigegeben sind und dass sich die Wirtschaft wieder erholt. Einige Bereiche entland der Golfküste hatten ihre beste Tourismus-Saison seit Jahren. Der Spot endet, ähnlich wie die Kampagne 2010, mit dem Bekenntnis der Mitarbeiter und des Unternehmens zur Region. Iris Cross bekräftigt, dass sie hier geboren wurde und dass sie hier bleiben wird. Genau wie ihr Arbeitgeber, der sich der Golfregion verpflichtet fühlt. Was nicht sonderlich verwundert, immerhin betreibt BP dort noch weitere Bohrplattformen. Dem Auftakt-Spot von Purple Strategies in Houston/Texas sollen noch weitere Motive folgen, in denen ebenfalls Mitarbeiter des Mineralölkonzerns auftreten werden. Purple Strategies bezeichnet sich nicht als klassische PR-Agentur, sondern als Political Strategy Company. Die Leitagentur für BP ist Ogilvy & Mather.
Gestern haben verschiedene Medien berichtet, dass man den Spot fast als Ironie des Lebens bezeichnen könnte. Eine kurze Sequenz über die regen touristischen Aktivitäten zeigt nicht nur die Besucher des 40th Annual National Shrimp Festival, sondern im Hintergrund am Strand auch eine Gruppe von Umweltaktivisten, die mit einem Informationsstand gegen BP demonstrieren. Sie sind zwar kaum zu erkennen und auch nur für 2 Sekunden im Bild, trotzdem sehen manche Branchen-Experten das zufällige Zusammentreffen als Symbol dafür, dass die Imageprobleme des Konzerns trotz aller Anstrengungen und trotz der offensiven Kommunikation noch lange nicht gelöst sind.
KREUZFAHRT CARNIVAL CRUISE LINES
Erholung ohne Bären
27.12.2011 - Der weltgrößte Kreuzfahrtveranstalter hat am Montag eine neue Marketing-Offensive gestartet, die eine Seereise als bessere Alternative zum klassischen Urlaub an Land empfiehlt. Ein TV-Spot beginnt mit einem Paar, das entspannt an der Reling steht, aufs Meer schaut und sich an die Ferien im vergangenen Jahr erinnert. Dabei ist ihnen ein Erlebnis der besonderen Art in Erinnerung geblieben: Beim Camping in einem Nationalpark mussten sie sich zum Schutz vor einem aggressiven Bären und einer neugierigen Raubkatze in ihren Wagen flüchten. Das Fazit der Frau: Nie wieder.
Man nimmt Carnival Cruise ohne weiteres ab, dass man auf ihren Kreuzfahrtschiffen relativ sicher vor Bären ist. Ob das allerdings als Argument ausreicht, um jene 80 % der Amerikaner zu überzeugen, die noch nie eine Schiffsreise unternommen haben, sei dahin gestellt. Überzeugender ist sicherlich die Aussage, dass man auf See einen außergewöhnlichen Urlaub zu günstigen Preisen erleben kann. Carnival Cruise ist eine von insgesamt 10 Reedereien der Unternehmensgruppe Carnival Corporation, zu der unter anderem AIDA, Costa und die traditionsreiche Cunard Line gehören.
RANKING WEIHNACHTS-SPOTS
Santa Claus als Erfolgsgarant
25.12.2011 - Ace Metrix, das führende Unternehmen zur Messung der Effektivität von Fernsehwerbung, hat kurz vor den Feiertagen eine erste Bilanz der Weihnachts-Kampagnen gezogen. Demnach wurden gegenüber dem Vorjahr 30 % mehr spezifische Weihnachts-Spots geschaltet. Am erfolgsreichsten waren dabei emotionale Geschichten und ein Auftritt von Santa Claus. In der Hitliste der effektivsten Weihnachts-Spots 2011 belegen zwei Motive mit Santa die Plätze 1 und 3, dazwischen liegt ein beschaulicher Blick auf die häuslichen Festtagsvorbereitungen.
Den größten Eindruck hat der moderne Santa von Apple hinterlassen, der am heiligen Abend sein iPhone und den Informationsdienst Siri nutzt, um den Überblick zu behalten. Auf Rang 2 folgte mit dem knuddeligen Teigmännchen von Pillsbury eine andere Ikone der Fernsehwerbung. Es stapft durch den Schnee zu einem festlich geschmückten Haus und beobachtet eine Familie bei den Festtagsvorbereitungen, zu denen natürlich auch das passende Backwerk gehört. Ein ruhiger Spot ohne überraschende Gags, bei dem man unwillkürlich Appetit auf frische Croissants oder einen duftenden Cherry Pie bekommt.
Den 3. Platz belegt jenes Unternehmen, das Santa Claus schon seit 1931 für seine Werbekampagnen nutzt. Die Neuauflage der letztjährigen Idee mit der Schneekugel wurde von Coca-Cola als globale Kampagne konzipiert und wird in über 90 Ländern eingesetzt. Dabei spielt der Weihnachtsmann Schicksal und führt durch Neigen der Kugel die Menschen zusammen, die am Heiligabend zusammen gehören. Mehr über die beliebtesten Weihnachts-Spots 2011 steht in adnews|print 12/2011.
SCHMERZMITTEL ALEVE
Hilft auch dem Weihnachtsmann
24.12.2011 - Offenbar ist selbst Santa Claus nicht vor irdischen Problemen gefeit und wird ausgerechnet am Heiligabend von starken Rückenschmerzen geplagt. Seine Helfer beobachten voller Sorge, wie der arme Mann leidet und wie schwer ihm jede Bewegung fällt. Glücklicherweise sind die Menschen etwas pragmatischer und so stellt einer der Beschenkten statt der traditionellen Kekse eine Flasche Aleve hin. Für beschwerdefreie Feiertage und für einen frischen Start in die Vorbereitungen auf die nächste Weihnacht.
MODE DONNA KARAN
Luxus inmitten von Armut
20.12.2011 - Hilft man einem armen Land, wenn man seine Schönheit und seinen künstlerischen Reichtum hervorhebt? Oder ist es unsensibel, westlichen Luxus in einer der ärmsten Regionen der Welt zu präsentieren? Diese Fragen entzünden sich derzeit an der neuen Anzeigen-Kampagne von Donna Karan für die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2012. Die Fotos mit dem brasilianischen Supermodel Adriana Lima wurden in Haiti aufgenommen, was wahrscheinlich kaum jemand bemerkt hätte, wenn ein kleiner Text nicht darauf hinweisen würde.
Die Modedesignerin engagiert sich sehr intensiv für das von Naturkatastrophen heimgesuchte Land, sowohl mit einer eigenen Stiftung als auch mit der aktiven Unterstützung der Clinton Foundation. Dabei nutzt sie ihre Popularität, um in Talkshows und Interviews immer wieder daran zu erinnern, dass die Region auch weiterhin auf Hilfe angewiesen ist. Sie besucht das Land auch persönlich und bei einer dieser Reisen unmittelbar nach dem Erdbeben soll ihr die Idee für das Foto-Shooting gekommen sein. Die Verbundenheit mit den Menschen von Haiti geht über karikative Projekte hinaus. So wurde ihre neue Frühjahrskollektion von der Arbeit des haitianischen Malers und Illustrators Philippe Dodard inspiriert, der auch Schmuck entwirft.
Dennoch sehen viele Medien die Motive der neuen Kampagne eher kritisch und in der Sache wenig hilfreich. Der tägliche Überlebenskampf vieler Haitianer und elegante Kleider für 2.000 Dollar bilden einen irrealen Kontrast, durch den das soziale Engagement von Donna Karan an Glaubwürdigkeit verlieren könnte. Kritisiert wird auch, dass die Mode von einem brasilianischen Model präsentiert wird, während zwei junge Haitianerinnen lediglich als pittoresker Hintergrund dienen. Man könnte darin eine gewisse symbolhafte Überheblichkeit der wohlhabenden Klientel eines Labels wie Donna Karan sehen, auch wenn in manchen Kommentaren sicherlich zu viel in die Aufnahmen hinein interpretiert wird. Es gibt nämlich auch Stimmen, die der Ansicht sind, dass man durchaus auch die Schönheit und kulturelle Vielfalt von Haiti hervorheben sollte, anstatt es in den Medien immer nur als armes, zu großen Teilen zerstörtes und hilfsbedürftiges Land darzustellen.
PRÄVENTION NHTSA
Zu Weihnachten kein Alkohol am Steuer
18.12.2011 - Die bevorstehenden Feiertage sind wieder die Zeit der Familienfeiern, Firmenparties und Essen mit Freunden. Damit sich danach niemand betrunken ans Steuer setzt, hat US-Verkehrsminister Ray LaHood gestern eine Kampagne der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) unter dem Motto "Drive Sober or Get Pulled Over" gestartet (Fahr nüchtern oder Du wirst herausgewunken).
Der erste Spot zeigt ein junges Paar, das sichtlich angetrunken zu seinem Auto schwankt und losfährt. Dabei wird es von Polizisten beobachtet, die durchsichtig sind und wie Geister wirken. Schließlich fährt ein schemenhafter Streifenwagen los und folgt den beiden. An der nächsten Verkehrskontrolle werden sie angehalten und der Fahrer muss einen Alkoholtest machen. Die fast unsichtbaren Ordnungshüter sollen uns sagen, dass die Augen der Polizei überall sind und dass sie alkoholisierte Fahrer entdeckt, bevor sie selber bemerkt wird. Ein zweiter Spot erzählt die gleiche Geschichte mit vier Freunden, die aus einer Bar kommen und zu ihrem Wagen torkeln. Auch sie stehen bereits unter Beobachtung und werden nach kurzer Fahrt herausgewunken.
Die Kampagne läuft vom 16. Dezember bis zum 2. Januar, der Etat liegt bei 7 Millionen Dollar. Die Offensive gegen Alkohol am Steuer ist gerade zu Weihnachten und Sylvester sinnvoll, denn im vergangenen Jahr hat die NHTSA in der zweiten Dezemberhälfte 415 Verkehrstote bei alkoholbedingten Unfällen registriert.
SPORTSCHUHE JORDAN
Flugschau
12.12.2011 - Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass Prognosen über die immer noch laufenden NBA-Verhandlungen schwierig sind und meist nur eine sehr begrenzte Gültigkeit haben. Dennoch spricht mittlerweile einiges dafür, dass die Saison 2011/2012 in etwa 14 Tagen starten könnte. Mit dieser Hoffnung vor Augen können die Sportartikel-Hersteller darüber nachdenken, wann sie ihre Kampagnen umstellen und mit den eigentlichen NBA-Spots starten. Bisher hatten Marken wie Nike und Under Armor dem Basketball ganz allgemein gehuldigt, etwa mit der Feststellung "Basketball never stops" (Meldung vom 30.10.2011). Nike hatte mit dem Spot auf die aktuelle Situation reagiert und alle Fans daran erinnert, dass die Leidenschaft für Basketball nicht von der NBA abhängt. Eine andere Botschaft: Jenseits allen Feilschens um Millionenverträge wollen auch Basketball-Profis einfach nur Basketball spielen.
Das können sie wahrscheinlich bald wieder vor Publikum und laufenden Kameras machen, zur Einstimmung laufen bereits die ersten begleitenden Kampagnen an. Für die Nike-Marke Jordan stimmt Dwyane Wade von den Miami Heat die Fans darauf ein, was sie demnächst wieder live bewundern können. Zunächst verliert er den Ball an einen gegnerischen Spieler, der sich damit auf den Weg zum Korb macht. Auch Wade läuft los und setzt zu einem seiner legendären Sprünge an, als plötzlich das Spielfeld um ihn herum verschwindet. Ähnlich wie beim Film Matrix befindet er sich in einer Parallelwelt, die in diesem Fall die Form einer Halfpipe hat. Wade springt herunter, läuft den Bogen hinauf, nutzt den Ausläufer als Sprungschanze und katapultiert sich zurück in die reale Welt. Dort schlägt er seinem Kontrahenten am Korbrand den Ball aus der Hand und verhindert den sicher geglaubten Punkt der gegnerischen Mannschaft. Die fast schon lapidare Erkenntnis: "This is flight".
PHARMA VICKS VAPORUB
Die Zeit ist reif
07.12.2011 - Auch wenn es manchmal etwas länger dauert, irgendwann kommt jeder Wandel unserer Gesellschaft auch in der Werbung an. Für die diesjährige Winterkampagne hat Procter & Gamble mit einer langen Tradition gebrochen und zeigt erstmals in der über 100-jährigen Marken-Geschichte einen Vater, der seinen erkälteten Sohn mit Vicks VapoRub einreibt. Bislang stand in der Kampagne für VapoRub immer die Mutter im Vordergrund, jetzt hielt man die Zeit für den ersten "VapoDad" für gekommen. Procter & Gamble erklärt den revolutionären Paradigmenwechsel mit der Erkenntnis, dass sich Mütter und Väter inzwischen gemeinsam um die Gesundheit der Familie kümmern.
Hauptdarsteller ist der NFL-Profi Drew Brees, der den Spot mit seinem eigenen Sohn gedreht hat. Der Quarterback der New Orleans Saints ist als fürsorglicher Vater bekannt und damit die ideale Verkörperung einer veränderten Rollenverteilung in der Familie. Ganz nebenbei erschließt sich Vicks damit auch neue Zielgruppen, denn wer sich aktiv um das Wohl und die Gesundheit seiner Kinder kümmert, kauft auch Medikamente für sie ein.
TIERNAHRUNG PURINA FORTIFLORA
Spokesdog statt Spokesperson
28.11.2011 - Es ist schon häufiger vorgekommen, dass eine populäre Kultfigur aus den sozialen Medien für eine Werbekampagne engagiert wurde. Eines der schillerndsten Beispiele war das Musik-Duo Pomplamoose, auf die 2010 eine Weihnachtskampagne von Hyundai zugeschnitten wurde. Neu ist allerdings, dass diese Internet-Ikone ein Hund ist. Natürlich nicht irgendein Hund, denn Mishka wurde auf YouTube als "The Talking Dog" berühmt. Ihre Videos wurden über 200 Millionen Mal angeschaut, die Facebook-Seite zählt rund 160.000 Fans. Außerdem hat die Wunderhündin rund 10.000 Follower bei Twitter und kann auf YouTube in 3D bewundert werden. Zur perfekten Vermarktung der Husky-Dame gehören Downloads auf iTunes und Merchandise-Produkte.
In ihrem ersten Werbespot tritt sie zusammen mit anderen Artgenossen für das Nahrungsergänzungsmittel Purina FortiFlora auf, ein Supplement gegen Verdauungsstörungen, das von Tierärzten verordnet werden muss. Die Hunde bedanken sich für so viel Fürsorge mit einem "I love you". Die Liebeserklärung ist zwar nur mit viel Phantasie zu verstehen, doch das macht das schauspielerische Talent von Mishka mehr als wett. Start der Kampagne war Thanksgiving. Falls sich der eigene Vierbeiner nicht so eloquent artikulieren kann, empfiehlt Purina, auf die Körpersprache und das Verhalten zu achten. Hunde können auch auf der non-verbalen Ebene kommunizieren, man muss es nur richtig deuten.